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Ich möchte keine Mammuts essen!


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Komm in den Garten, komm in den Garten…

…keine Angst, da liegt nicht Marie Antoinette ;). (Kann sich außer mir noch jemand an solche Auswüchse der Neuen Deutschen Welle erinnern?)

Mein „Garten“ ist von der Fläche her sehr übersichtlich: Es handelt sich um den 3,40×1,10m „großen“ Balkon unserer Innenstadt-Mietwohnung, dessen Bodenfläche zu 1/3 außerdem von unseren Meerschweinchen bewohnt wird. Wir hatten schon mal 3 Jahre lang einen Pachtgarten, aber mussten uns dann eingestehen, dass wir nicht die Typen sind, die täglich 5 km da hinfahren, um zu gießen und zu jäten. Ich möchte aber auch nicht tatenlos nur davon träumen, ein Haus mit Garten zu besitzen, und so lange zähneknirschend saisonales Obst und Gemüse aus dem Supermarkt zusammensuchen. Und mit ein ganz klein bisschen Vorstellungs- und Tatkraft kann ich auch mitten in der Stadt überraschend gut gärtnern!

So sieht der Garten aus:

links

rechts

Rechts unter dem Hochbeet leben die Meerschweinchen, im Hochbeet steht fast nur Zier-Grün, das mein Mann sich ausgesucht hat, aber auch unsere schwächelnden Paprika-Zöglinge und ein paar Wildblumen. Links ist mein eigentlicher Selbstversorger-Balkongarten.

Wenn die Fläche so klein ist, gibt es viele Möglichkeiten, den Platz optimal auszunutzen:

– hängend bzw. vertikal gärtnern: Habe ich bisher wenig genutzt bis auf die Kästen und Töpfe am Geländer, aber das ließe sich noch stapeln mit Hilfe von Wandhängern, Regalen, Schuh-Organizern etc. Wenn ihr mal „vertical gardening“ nachschlagt, findet ihr tolle Anregungen!

– mehrere Arten in einem Gefäß zusammenpflanzen: Dazu müsst ihr wissen, wer sich verträgt und wer nicht. Z. B. schützen Lauchgewächse Erdbeeren vor Schädlingen, deshalb habe ich meine keimenden Bio-Knoblauchzehen zwischen die Erdbeeren gesteckt. Ich schlage das immer nach im Buch „Der Selbstversorger“ von Wolf-Dieter Storl, dem Selbstversorger-Experten – absolute Leseempfehlung von mir für an Nachhaltigkeit und autarkem Leben interessierte Leser!

– Fruchtfolge beachten: Wenn ihr wisst, was wann gepflanzt und wann geerntet wird, könnt ihr ein Gefäß im Jahr für mehrere Ernten nacheinander nutzen. Radieschen wachsen z. B. schneller als Möhren, viele Gärtner mischen deshalb Radieschen- und Möhrensamen. Dann verlieren sie wegen der Mini-Radieschen nicht aus den Augen, in welcher Reihe sie die Möhren gesät haben, und ehe es den Möhren zu eng wird, sind die Radieschen längst vernascht.

Jetzt kommt noch was für’s Auge und zum Appetitanregen: Ein paar Nahaufnahmen von Gurken, Zucchini-Ansätzen, grünen Cocktailtomaten, Pflücksalat, lila Kohlrabi, einem Möhren-Versuch, Lauchzwiebeln, Ringelblumen, Sonnenblumen, Kornblumen, buntem Mangold, Erdbeeren und Knoblauch:

tomateringelblumesonnenblumekornblumenerdbeeresalat

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Sooooo herrlich! Da seht ihr auch gleich, was ihr vom Selbstversorgen habt:

Es tut unheimlich gut, mit den Händen etwas zu erschaffen und sich unmittelbar zu ernähren.

Ihr füttert auf dem Weg vom Balkon auf eure Teller keinen Chef und keine Bank mit durch.

Saatgut ist immer viel billiger als die fertigen Früchte.

Ihr wisst genau, dass euer Essen schadstoffarm angebaut wurde.

Keine Erdbeere, keine Tomate aus dem Supermarkt kann so gut schmecken wie eine, die du noch sonnenwarm direkt vom Strauch nascht.

Am Strauch gibt es auch nur kompostierbaren Abfall und keine Plaste (ich bin ein Ost-Kind, das heißt Plaste, so!).

Garten-Schmutz ist der schönste Schmutz an den Händen.

Ihr bekommt viele tierische Gäste; natürlich die üblichen Verdächtigen wie Bienen und Hummeln, außerdem machen mir die Stieglitze die Freude ihres Besuchs, um die Samen aus den Kornblumen zu naschen.

Überschuss kannst du eintauschen mit anderen Hobbygärtnern, da kriegst du dann vielleicht Lebensmittel, die du selbst nicht erzeugst, das stärkt dein soziales Netz. Oder ihr stellt euch mit deiner Überproduktion auf einen Wochen- oder Flohmarkt. Sollte ich mal zuviel ernten, kann ich das samstags auf dem Flohmarkt an der Albertbrücke anbieten.

Ihr habt gar keinen Balkon, würdet aber trotzdem gern selbst für euch sorgen? Dann schaut mal nach, ob es in eurer Gegend Gemeinschaftsgärten gibt, diese Bewegung verbreitet sich erfreulich schnell!

Viel Spaß beim Gärtnern!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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