paleovegetarisch

Ich möchte keine Mammuts essen!


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Von Gärtnern und Sammlern

So langsam neigt sich die Balkongarten-Saison dem Ende zu. Leider war sie insgesamt nicht so ertragreich wie ich mir erhofft hatte. Es kam wohl einiges zusammen: Ungünstige Wetterverhältnisse (da klagen auch richtige Gärtner drüber), ich habe vor lauter Übereifer zu viele Sachen in den selben Behälter gepflanzt (auch wenn sie sich gut vertragen, geht das wohl nur in Beeten mit mehr Erde drumherum und drunter, nicht im Kübel), und wir hatten ungebetenen Besuch von Kohlweißlingraupen und Mehltau. Unsere Ausbeute:

  • 4 oder 5 ganz passable Gurken
  • Markerbsen
  • ein wenig Pflücksalat
  • Lauchzwiebeln
  • 3 ganze Radieschen!
  • mehrere Händevoll winzige Erdbeeren (fast schon Walderdbeeren)
  • höchstens 25 Cocktailtomaten
  • 3 hervorragende bunte Mangold (mit Glück können wir die letzten 2 auch noch ernten)
  • Basilikum, Minze, Erdbeerminze, Zitronenmelisse
  • Ringelblumen, Sonnenblumen, Kamille, Cosmea, Kornblumen – die Meisen und Stieglitze hat’s gefreut
  • bisher 1 Kohlrabi, da geht noch was

Die Paprikapflanzen sind leider nie fertig geworden, und die Zucchini sind sämtlich dem Mehltau zum Opfer gefallen. Alles in allem hatte ich wohl für Erde und Behälter weit mehr ausgegeben, als wir durch die Ernte gespart haben… Da kann ich im nächsten Jahr sicher noch was optimieren, mit dem, was ich dieses Jahr draus gelernt habe. Ich hebe Samen auf, wo ich nur kann, und die Behälter muss ich ja im neuen Jahr nicht erst wieder kaufen ;). Aber das Gefühl, eigene Ernte zu essen, ist sowieso unbezahlbar!

Bei der Kohlrabi probiere ich jetzt einen Tip aus dem Internet aus: Zur Ernte nicht die ganze Pflanze aus der Erde ziehen, sondern mit einem Messer die Knolle so absägen, dass unten noch ein „Fuß“ von etwa 1-2 cm übrig bleibt. Aus diesem Fuß soll dann noch mindestens ein Mal eine neue Knolle wachsen. Da bin ich gespannt!

Und zur Zeit hängt die Natur ja nur so voll mit Lebensmitteln und Naschereien! Schade, dass ich nicht gerne Pilze esse, das Sammeln macht mir nämlich schon Spaß. Ich kenne in unserer Umgebung schon viele Obstbäume und Nusssträucher, das müssen wir in nächster Zeit alles nicht einkaufen. Äpfel und Birnen am Elbufer, wo früher Gärten waren, Haselnüsse auf dem Hinterhof, ein Walnussbaum im Kindergarten, überall in der Stadt Mirabellen und Kornellkirschen, Zierquitten in vielen Parks… Ich freue mich drauf, Quitten-Birnen-Marmelade, Apfelmus und Säfte herzustellen (Saft müssen wir nicht mal unbedingt selber machen, wenn wir einfach das Obst in eine Mosterei bringen). Die Seite Mundraub hat übrigens eine interaktive Karte, auf der du frei zugängliche Bäume und Sträucher finden und neue selbst eintragen kannst!

Dann viel Spaß beim Sammeln!

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Demnächst: ein 30-Tage-Herausforderungs-Programm!

Wenn ich etwas kreiere, dann meistens deshalb, weil ich es selbst gern hätte und es noch nirgends finden kann. So hätte ich sehr gern einen Leitfaden für 30 paleo-vegetarische Tage, um mich konsequent daran entlangzuhangeln und die Gewohnheiten zu festigen. Es gibt natürlich schon 30-Tage-Programme für Paleo, die sind dann jedoch nicht vegetarisch. Also erstelle ich gerade Rezeptpläne und tägliche Mails zur Unterstützung. Das wird mein erster Online-Kurs! 🙂

In 30 Mails habe ich viiiiieeel Platz für alles, was euch interessieren könnte. Gibt es Themen, die ihr euch von so einem Programm ganz unbedingt wünscht? Was muss rein, was darf ich nicht vergessen? Welche Werkzeuge und Informationen braucht ihr? Grundlegendes über Nährstoffgruppen ist schon eingeplant, medizinische Hintergründe, die Bedeutung von regelmäßiger Bewegung, Paleo im Alltag/in Familien, Einkaufshinweise, Menüvorschläge, eine Facebook-Gruppe zum Austausch und eine Rezeptsammlung ebenso. Was möchtet ihr noch? Jetzt habt ihr die Gelegenheit, das Programm mitzugestalten! Nutzt fleißig die Kommentarfunktion oder die Facebookgruppe „Paleo vegetarisch“. Ich danke euch für euren Input!


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Komm in den Garten, komm in den Garten…

…keine Angst, da liegt nicht Marie Antoinette ;). (Kann sich außer mir noch jemand an solche Auswüchse der Neuen Deutschen Welle erinnern?)

Mein „Garten“ ist von der Fläche her sehr übersichtlich: Es handelt sich um den 3,40×1,10m „großen“ Balkon unserer Innenstadt-Mietwohnung, dessen Bodenfläche zu 1/3 außerdem von unseren Meerschweinchen bewohnt wird. Wir hatten schon mal 3 Jahre lang einen Pachtgarten, aber mussten uns dann eingestehen, dass wir nicht die Typen sind, die täglich 5 km da hinfahren, um zu gießen und zu jäten. Ich möchte aber auch nicht tatenlos nur davon träumen, ein Haus mit Garten zu besitzen, und so lange zähneknirschend saisonales Obst und Gemüse aus dem Supermarkt zusammensuchen. Und mit ein ganz klein bisschen Vorstellungs- und Tatkraft kann ich auch mitten in der Stadt überraschend gut gärtnern!

So sieht der Garten aus:

links

rechts

Rechts unter dem Hochbeet leben die Meerschweinchen, im Hochbeet steht fast nur Zier-Grün, das mein Mann sich ausgesucht hat, aber auch unsere schwächelnden Paprika-Zöglinge und ein paar Wildblumen. Links ist mein eigentlicher Selbstversorger-Balkongarten.

Wenn die Fläche so klein ist, gibt es viele Möglichkeiten, den Platz optimal auszunutzen:

– hängend bzw. vertikal gärtnern: Habe ich bisher wenig genutzt bis auf die Kästen und Töpfe am Geländer, aber das ließe sich noch stapeln mit Hilfe von Wandhängern, Regalen, Schuh-Organizern etc. Wenn ihr mal „vertical gardening“ nachschlagt, findet ihr tolle Anregungen!

– mehrere Arten in einem Gefäß zusammenpflanzen: Dazu müsst ihr wissen, wer sich verträgt und wer nicht. Z. B. schützen Lauchgewächse Erdbeeren vor Schädlingen, deshalb habe ich meine keimenden Bio-Knoblauchzehen zwischen die Erdbeeren gesteckt. Ich schlage das immer nach im Buch „Der Selbstversorger“ von Wolf-Dieter Storl, dem Selbstversorger-Experten – absolute Leseempfehlung von mir für an Nachhaltigkeit und autarkem Leben interessierte Leser!

– Fruchtfolge beachten: Wenn ihr wisst, was wann gepflanzt und wann geerntet wird, könnt ihr ein Gefäß im Jahr für mehrere Ernten nacheinander nutzen. Radieschen wachsen z. B. schneller als Möhren, viele Gärtner mischen deshalb Radieschen- und Möhrensamen. Dann verlieren sie wegen der Mini-Radieschen nicht aus den Augen, in welcher Reihe sie die Möhren gesät haben, und ehe es den Möhren zu eng wird, sind die Radieschen längst vernascht.

Jetzt kommt noch was für’s Auge und zum Appetitanregen: Ein paar Nahaufnahmen von Gurken, Zucchini-Ansätzen, grünen Cocktailtomaten, Pflücksalat, lila Kohlrabi, einem Möhren-Versuch, Lauchzwiebeln, Ringelblumen, Sonnenblumen, Kornblumen, buntem Mangold, Erdbeeren und Knoblauch:

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Sooooo herrlich! Da seht ihr auch gleich, was ihr vom Selbstversorgen habt:

Es tut unheimlich gut, mit den Händen etwas zu erschaffen und sich unmittelbar zu ernähren.

Ihr füttert auf dem Weg vom Balkon auf eure Teller keinen Chef und keine Bank mit durch.

Saatgut ist immer viel billiger als die fertigen Früchte.

Ihr wisst genau, dass euer Essen schadstoffarm angebaut wurde.

Keine Erdbeere, keine Tomate aus dem Supermarkt kann so gut schmecken wie eine, die du noch sonnenwarm direkt vom Strauch nascht.

Am Strauch gibt es auch nur kompostierbaren Abfall und keine Plaste (ich bin ein Ost-Kind, das heißt Plaste, so!).

Garten-Schmutz ist der schönste Schmutz an den Händen.

Ihr bekommt viele tierische Gäste; natürlich die üblichen Verdächtigen wie Bienen und Hummeln, außerdem machen mir die Stieglitze die Freude ihres Besuchs, um die Samen aus den Kornblumen zu naschen.

Überschuss kannst du eintauschen mit anderen Hobbygärtnern, da kriegst du dann vielleicht Lebensmittel, die du selbst nicht erzeugst, das stärkt dein soziales Netz. Oder ihr stellt euch mit deiner Überproduktion auf einen Wochen- oder Flohmarkt. Sollte ich mal zuviel ernten, kann ich das samstags auf dem Flohmarkt an der Albertbrücke anbieten.

Ihr habt gar keinen Balkon, würdet aber trotzdem gern selbst für euch sorgen? Dann schaut mal nach, ob es in eurer Gegend Gemeinschaftsgärten gibt, diese Bewegung verbreitet sich erfreulich schnell!

Viel Spaß beim Gärtnern!

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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Power-Riegel selbstgemacht

Es ist nicht das erste Mal, dass ich Power-Riegel aus Nüssen, Kernchen und Datteln selbstgemacht habe. Was diese kleinen Power-Pakete angeht gilt: anything goes. Was schmeckt, darf rein, solange es paleo ist. Die Basis bilden Nüsse und/oder Kernchen, bei mir besonders beliebt sind Cashews und Mandeln. Die Süße und der Zusammenhalt der Masse kommen von den Datteln und von Kokosöl. Geschmacksrichtungen kannst du nach Lust und Laune selbst basteln: Zartbitterschokolade reinraspeln, Rohkakao einrühren, etwas Orangensaft dazu, Trockenfrüchte untermischen…

Doch dieses Mal habe ich etwas neues ausprobiert, das die ohnehin schon phantastischen Riegel noch unwiderstehlicher macht: Ich habe als erstes die Mandeln im Backofen angebräunt. Wahnsinn, gibt das ein Aroma!! Das gibt ein Kuchenessgefühl ohne die Reue ;). Diese Riegel kannst du getrost auf die Kaffeetafel stellen. Sind aber auch zum Frühstück, als Snack für unterwegs und als Nervennahrung bestens geeignet.

Bild

 Das Rezept:

100 g Mandeln, bei 150° im Backofen geröstet (ca. 15-20 Minuten)

200 g entsteinte Datteln

100 g Cashews

2 EL Kokosöl, es verarbeitet sich flüssig am besten

etwas Vanillepulver

2 EL Rohkakao

Zuerst habe ich die gerösteten Mandeln in der Küchenmaschine (geht auch im starken Mixer) fein zerkleinert, dann einfach die übrigen Zutaten untergemixt. Weil die Masse mir noch zu trocken und bröselig war, habe ich noch etwas von dem Öl, das sich im Mandelmus-Glas immer oben sammelt, dazugegossen. Dann habe ich eine flache LockLock-Dose mit Backpapier ausgelegt, die Masse hineingedrückt und das Ganze im Kühlschrank ein paar Stunden abkühlen lassen. Das Kokosöl wird beim Abkühlen fest, dann kann man handliche Stücke abschneiden, z. B. als Riegel oder kleine Rechtecke wie bei Brownies. Der Vergleich drängt sich auch geschmacklich auf. Meine Kinder sind sehr skeptisch bei „Gesundheitskost“, aber diese kleinen Riegel bekamen 2 von 3 Stimmen ;).

 


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Eine Woche Frühstück

Das hab ich nun von meinen großartigen Versprechungen. Ich musste feststellen, dass ich nicht mal konsequent täglich nach dem Smoothie frühstücke, geschweige denn konsequent paleo… Dieser Beitrag dokumentiert nun auch nicht eine echte Woche in meinem Leben, sondern ist nach einigen Wochen sammeln jetzt eher als ein Vorschlag zu sehen, wie die Paleo-Woche morgens aussehen kann.

Montag:

Rührei mit Gurken- und Möhren-Julienne.

julienne

Ich mag gerne frisches, rohes Gemüse zu meinem knusprigen Rührei. Manchmal raspel ich es drüber, manchmal nehme ich meinen neusten Lieblings-Küchen-Kollegen, den Julienne-Schäler, den ich mir extra für Zucchini-Spaghetti gekauft habe. Das Rührei hatte ich mit einer Chilli-Knoblauch-Gewürzmischung gepimpt.

Dienstag:

Wieder Rührei, aber diesmal gemischt mit (gefrorenem, portionierbaren) Spinat. Der Pflücksalat daneben stammt aus meinem Balkon-Selbstversorger-Gärtchen 🙂

spinatruehrei

Mittwoch:

Eine paleofreundliche Müsli-Version.

paleomuesli

Die Früchte waren gefrorene Himbeeren (ach, was wird das schön im Sommer, wenn die wieder frisch und sonnenwarm vom Strauch kommen!), zum Knuspern kleingehäckselte Cashews und getrocknete Kokosflocken, darüber Kokosmilch. Ein Traum!

Donnerstag:

„Frühstück für Helden“.

helden

Vor 2 Jahren war ich in einem billigen englischen Hotel etwas unglücklich mit dem Frühstücksbuffet, weil ich nicht sicher sein konnte, was alles milchfrei ist. Am Ende warf ich einfach Apfelstücke, Nüsse und Honig zusammen und staunte, wie nahrhaft das bisschen „Süßkram“ war. Mein Kommentar damals war „ein Frühstück für Helden“, und heute nenne ich meine Variationen von Obst, Nüssen und Honig (heute mit getrockneten Kokosflocken dazu) immer noch so. Meine liebste Version ist mit Nektarinen statt Äpfeln.

Freitag:

Avocado-Schoko-Mousse

avoschokomousse

Eine kleine Avocado, nach Augenmaß nicht zu wenig ungesüßter Kakao (Rohkakao ist am besten), ab in die Küchenmaschine oder den Mixer, et voilà: die Mousse ist fertig! Ich würde nicht wie manche anderen Rezeptersteller behaupten, dass es genauso schmeckt wie Schokopudding. Die „gemüsige“ Eigenart von Avocado ist ein bisschen da. Wenn man die mag, hat man eine leckere, sättigende und gesunde Süßspeise, die nicht nur zum Frühstück passt. Lässt sich mit Bananen, Erdbeeren, Kokosflocken oder Pfefferminz-Blättchen noch hübsch und lecker dekorieren.

Samstag:

Rührei mit Bananen.

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Ja, richtig gelesen – süßes Rührei! Den Vorschlag hatte ich neulich von einer der Paleo-Seiten auf Facebook gelesen. Konnte ich mir erst nicht so richtig vorstellen und es geht bestimmt nicht jeden Tag gut runter, doch ich war erstaunt, wie lecker ich es finde! In das Rührei werden einfach Bananen reingeschnippelt, noch etwas Zimt dazu, fertig. Eine Alternative zu Eierkuchen mit viel weniger Aufwand!

Sonntag:

Paleo-Waffeln.

paleowaffeln

Ich verwende als alternatives Mehl am liebsten Buchweizenmehl. Kokosmehl verwende ich höchstens als 10% der Gesamt-Mehlmenge, weil es mir geschmacklich zu sehr durchhaut, und zwar nicht mit dem geliebten süßen Kokosaroma, sondern eher bitter-herb. Waffelteig funktioniert auch mit Wasser, wird mit kohlensäurehaltigem Wasser schön luftig und knusprig, ich erlaube mir aber Reismilch für solche Ausnahmen wie Waffeln. Honig und Banane schmecken obendrauf einfach klasse!

Für Tage, an denen mein zweites, sättigendes Frühstück irgendwie hinten runterfällt, habe ich im Rucksack immer mindestens einen Nuss-Frucht-Riegel dabei. Von den Marken nakd und Allos zum Beispiel gibt es eine große Auswahl an leckeren, Paleo-tauglichen Kombinationen – immer schön Zutatenlisten lesen. Meine nakd-Riegel kriege ich hierzulande in meinem Lieblings-Laden für britische und amerikanische Dinge, man kann sie beim großen Versandhaus mit a aber auch bestellen ;).


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Was gibt’s zum Frühstück?

Bei mir natürlich nicht den Paleo-Klassiker Eier und Speck ;).

Unser Haushalt steht für meinen Magen viel zu früh auf. Wir haben Schulkinder, die 7:30 Uhr das Haus verlassen. So früh mag ich oft noch keine feste Nahrung, und auch unsere Große hat das neuerdings für sich festgestellt. Mit knurrendem Magen losgehen ist aber für uns auch nix. Unsere Lösung: Ich mache Smoothies als erstes Frühstück. Die Vitamin-Dröhnung, die uns auch noch allen schmeckt. So kriege ich sogar in die Kinder ausreichend Obst, aber auch ich selbst würde wohl nicht so viel Obst essen, wie ich trinke. Da macht sich ein Mixer ganz schnell bezahlt, auch wenn ich im Schnitt einen pro Jahr ruiniere (ich kaufe immer Mixer mit Glaskrug)… Die Smoothies mache ich nach Lust und Laune. Bananen sind fast immer die Grundlage, weil sie die Smoothies schön cremig und süß machen, sie dürfen gern schon fast überreif sein. Dazu verwende ich gefrorene oder frische Früchte, und für etwas mehr Sättigung auch oft Kokosmilch oder Avocado. Dann fülle ich den Krug mit Saft bis Oberkante Obst auf. Superkräfte kannst du Smoothies verleihen, indem du eine Handvoll Kräuter, Spinat, Salat oder Grünkohl mit hineingibst, dann hast du einen der berühmten „Green Smoothies“. Meine Kinder kaufen mir keine grünen Smoothies ab, deshalb verstecke ich Avocado und anderes Grünzeug farblich, indem ich zu diesen Smoothies Heidelbeeren gebe, die machen alles schön lila 😉 – siehe Bilder:

Smoothie Beispiel

Übrigens: Das polnische Wort für Fruchtbrei ist „miazga“. Ich behaupte daher gern, dass ich mit Nachnamen (Miosga) Smoothie heiße.

Später, wenn alle aus dem Haus sind und ich Ruhe und Zeit habe, mache ich mir mein eigentliches Frühstück. Das sieht dann jeden Tag ein bisschen anders aus. Für diese Woche habe ich mir vorgenommen, täglich mein Frühstück zu dokumentieren – auch, damit ich nicht schummle ;). Den Bericht über eine Woche Paleo-Frühstück gibt es dann am kommenden Montag hier. Bis dahin – probier doch mal den täglichen Smoothie-Booster aus!


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Die Grundlagen über Paleo

Bevor ich hier anfange, euch mit Fotos von meinen Mahlzeiten zu bombardieren, finde ich es sinnvoll, wenn wir grundsätzlich mal über Paleo sprechen. Was unterscheidet Paleo von unserer üblichen westlichen Ernährungsweise?

Paleo bedeutet:

– hauptsächlich Gemüse

– genügend gute Fette

– Eiweißzufuhr aus Fleisch, Fisch und Eiern

– Verzicht auf Zucker und Getreide

– überwiegend Verzicht auf Milchprodukte

– Obst, Nüsse und Kerne in Maßen

– ausreichend Bewegung

Ich werde hier nicht sehr in die Tiefe gehen, es gibt wunderbare Blogger und Buchautoren auch im deutschsprachigen Raum, die sich die Mühe schon einwandfrei gemacht haben. An geeigneten Stellen werde ich zu tiefergehenden Artikeln in besagten Blogs verlinken.

Paleo vegetarisch

Danke an Sandra von ganzichselbst für die Grafik!

Der Grundgedanke ist der, dass der Mensch evolutionstechnisch der Entwicklung der Landwirtschaft hinterherhinkt. Das ging uns einfach alles zu schnell mit der Sesshaftigkeit, Ackerbau und Viehzucht. Seit etwa 150.000 Jahren gibt es den Homo Sapiens, der zuerst in Afrika auftrat. Vor ca. 12.000 Jahren erst begann die Jungsteinzeit und damit die ersten Ansätze von Ackerbau und Viehzucht. Ein Verdauungstrakt und Stoffwechsel, der sich über 138.000 Jahre an karge Bedingungen, nicht immer verfügbare Nahrung und extrem gute Verwertung von Nährstoffen eingeschossen hat, braucht wesentlich mehr Zeit als das, um mit Schokocerealien, Tiefkühlpizza und Bubble Tea klarzukommen (wobei man sich streiten könnte, ob letzteres wünschenswert ist).

Und wovon lebte der Mensch denn nun vor der Jungsteinzeit? Wir waren alle nicht dabei und können nur logisch schlussfolgern, was natürlich auch zu gewissen Abweichungen führt, aber über einiges sind sich alle Paleo-Anhänger einig:

1. Kohlenhydrate und Zucker:

Raffinierte Zucker, Dicksäfte, Süßstoffe und Stärken sind neuzeitliche Erfindungen. Süße Lebensmittel gab es natürlich, so wie diverses Obst, Gemüse und Honig (man kann davon ausgehen, dass geschickte, tapfere Jäger und Sammler auch mal Bienennester geplündert haben). Die Menge macht’s, natürlich braucht der Körper Kohlenhydrate, vor allem das Gehirn lebt von Glukose (Einfachzucker). Die Leber besitzt aber die wunderbare Fähigkeit, aus anderen Bausteinen (Eiweiß und Fett) Glukose herzustellen. Deshalb müssen wir kaum Kohlenhydrate über die Nahrung zu uns nehmen. Bei Obst überwiegen je nach Sorte die Vorteile der Vitamine, der sekundären Pflanzenrohstoffe und der Ballaststoffe den Nachteil des Fruchtzuckers, es gehört also absolut dazu – in Maßen. Honig hat neben der vielen Fruktose eine antibakterielle Wirkung und sehr gute Nährstoffe. Wenn man denn also schon süßen „muss“, dann bitte Obst und etwas Honig verwenden. Zum Glück gewöhnt sich der Körper den Zucker-Heißhunger auch schnell ab, wenn er mehr Fett und Eiweiß zu verdauen kriegt!

Gute Artikel über Kohlenhydrate findet ihr hier (von da aus – später – auch ruhig weiterführen lassen):

http://www.urgeschmack.de/was-ist-so-schlimm-an-zucker/#yarpp

http://www.urgeschmack.de/was-ist-der-unterschied-zwischen-glucose-und-fructose/

http://blog.paleosophie.de/2014/05/07/kohlenhydrate-was-ist-die-richtige-menge/

2. Fette:

Der Mensch damals konnte sich über jedes Gramm Fett in der Nahrung nur glücklich schätzen. Heute mangelt es uns nicht an Auswahl, unsere Fette heute haben sich zum Teil aber weit vom Ursprungszustand entfernt. Tierische Fette wurden mit Sicherheit bei Verfügbarkeit von Fleisch und Fisch reichlich verzehrt – nach einer erfolgreichen Jagd gab es aber wahrscheinlich auch Perioden, in denen nur Pflanzen zur Verfügung standen. Pflanzliche Fette finden sich in Kernen und Nüssen, im Idealfall nehmt ihr das Fett über das Grundnahrungsmittel (die Nuss, die Kerne) auf und nicht über das gepresste Öl. Die empfehlenswertesten pflanzlichen Fette sind Kokosöl und Olivenöl. Butter ist Ansichtssache, ich verwende sie, zu Milchprodukten komme ich noch. Viele Details über die Zusammensetzung von Fetten und ideale Kombinationen von Omega-Fettsäuren findet ihr hier:

http://www.urgeschmack.de/fett-eine-zusammenfassung/

http://www.paleo360.de/gesunde-ernaehrung/einfach-und-mehrfach-ungesaettigte-fettsaeuren/

http://www.paleo360.de/gesunde-ernaehrung/mehrfach-ungesaettigte-fettsaeuren-richtige-omega-6-omega-3-verhaeltnis/

3. Getreide:

Heutige Getreidesorten sind Weiterentwicklungen und hochgezüchtete Nachfolger von einfachen Gräsern. Vergleicht mal Grassamen mit Weizenkörnern, und ihr seht den Unterschied. Wenn der damalige Mensch mal Getreide gegessen hat, dann eher eine seltene Handvoll Grassamen – das ist ein winziger Bruchteil einer Scheibe Brot. Unsere heutige Ernährung nutzt Getreide als Sättigungsgrundlage in allen möglichen Formen. Der Gehalt an Kohlenhydraten ist in Getreiden allgemein sehr hoch, Getreide stürzt daher unseren Blutzuckerhaushalt und die Insulinproduktion ins große Chaos. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich bin nicht lange satt von Getreide und muss dauernd essen, und der folgende Hunger ist kein Hunger sondern ein „gib mir Essen oder ich töte!“-Blutzuckerabsturz – sehr unangenehm. Außerdem enthält Getreide sogenannte Anti-Nährstoffe, das sind Inhaltsstoffe, die verhindern, dass wir alle vorhandenen nützlichen Nährstoffe auch tatsächlich verwerten können. Zu diesen gehören Lektine und Gluten, die die Darmwand über-durchlässig machen und dadurch zu Autoimmun-Krankheiten, Unverträglichkeiten und Allergien führen können. (Nebengedanke: ist „Brot für die Welt“ eine gute Idee?) Verständlich aufgeschlüsselt ist es in diesen Artikeln:

http://www.paleo360.de/gesunde-ernaehrung/warum-getreide-ungesund-ist/

http://blog.paleosophie.de/2011/04/21/brot-ist-boese-oder-getreide-ist-ein-zweischneidiges-schwert/

4. Fleisch, Fisch, Eier:

Sehr wahrscheinlich neben gesammelten Gemüsen und Nüssen die Haupteiweißquelle unserer alten Vorfahren. Ein erlegtes Tier wurde sicher unter allen Stammesmitgliedern aufgeteilt und bis zum letzten Rest verwertet, also inklusive Innereien und Fettschichten verspeist. Und dann wird es Phasen ohne verfügbares Fleisch gegeben haben, weil einfach gerade die Jagd nicht erfolgreich war. Fisch stand sehr wahrscheinlich mehr oder weniger durchgehend zur Verfügung. Wir können als sicher annehmen, dass auch Vogelnester geplündert und die Eier gegessen wurden. Pflanzliche Nahrungsmittel können kaum mithalten mit dem Eiweißgehalt in tierischer Nahrung, Vegetarier müssen sich also ein paar mehr Gedanken über ihre Eiweißzufuhr machen – genau deshalb habe ich ja diesen Blog angefangen. Ein paar informative Artikel dazu:

http://www.urgeschmack.de/sollten-wir-fleisch-essen-5-gruende-pro-und-kontra/

http://www.paleo360.de/gesunde-ernaehrung/wie-viele-proteine-soll-ich-essen/

5. Milch und Milchprodukte:

Milchprodukte sind umstritten. Definitiv stand unseren Vorfahren nicht so viel Milch zur Verfügung wie uns heute (provoziert mich ja nicht, über die Milchüberproduktion in der EU zu referieren…!). Es ist fraglich, ob damals je eine wilde Ziege oder ein wildes Rind gemolken wurde. Käse könnte der Urmensch in den Mägen von Wiederkäuern vorgefunden haben, die er gejagt hatte. Manche Paleo-Anhänger sind für gewisse Milchprodukte in Frischmilchqualität, manche verwenden nur reine Fette aus der Milch (Butterschmalz, Ghee), manche nur Sahne, manche nur Butter, und manche lehnen sie ganz ab. Meine Milcheiweißallergie hat mir die Entscheidung abgenommen – wobei ich zu meiner Freude festgestellt habe, dass ich Butter problemlos vertrage.

http://www.urgeschmack.de/ist-milch-gesund/

http://www.paleo360.de/gesunde-ernaehrung/paleo-ernaehrung-und-milch/

 

6. Hülsenfrüchte

Zu den Hülsenfrüchten gehören Bohnen inkl. Sojabohnen, Erbsen, Linsen und Erdnüsse. Sie enthalten an sich viel Eiweiß und Mineralstoffe, die unserem Körper aber so gut wie gar nicht zugute kommen, weil sie durch Antinährstoffe unverwertbar gebunden sind. Ein weiteres Problem sind die Lektine, die den Darm durchlässiger machen und zu Darmentzündungen und Autoimmun-Reaktionen führen können. Der hohe Kohlenhydrategehalt schreckt auch viele Paleo-Anhänger ab. Die Nachteile durch die Antinährstoffe lassen sich durch langes Einweichen (wir reden von Tagen, nicht Stunden), lange Kochzeiten und Fermentieren immerhin drastisch reduzieren.

http://www.paleo360.de/gesunde-ernaehrung/die-wahrheit-ueber-huelsenfruechte/

http://www.urgeschmack.de/getreide-einweichen-ankeimen-mahlen-fermentieren/

Jetzt erholt euch erst mal von diesem Berg an Informationen – die gute Nachricht ist, dass ihr das bei einer Tasse Kaffee tun könnt, die ihr zum Beispiel mit Kokosöl, Kokosmilch und/oder Butter cremig und süß aufpeppen dürft!